Print ist tot? Schön wär’s für alle, die das seit Jahren behaupten.
Tatsächlich begleitet uns Gedrucktes seit Jahrhunderten und ist auch im digitalen Zeitalter nicht wegzudenken. Print bleibt standhaft und ist heute relevanter denn je. Genau hier setzt die Kampagne «This is Print» von dpsuisse an und zeigt ziemlich klar: Print kann mehr, als viele denken.
In sechs Kategorien wird auf den Punkt gebracht, warum physische Medien nicht nur mithalten, sondern oft die Nase vorn haben: Sie sind vielseitig und schaffen echten Mehrwert in der modernen Kommunikation.
In diesem Blog präsentieren wir euch die spannendsten Insights der Kampagne inklusive ehrliche Antworten rundum Print von Christian Burkhardt, CEO von Bubu/Bookfactory und Präsident des dpsuisse-Vorstands.
Christian, was wird deiner Meinung nach am häufigsten missverstanden, wenn es um Print geht?
«Print wird heute oft als rückständig bezeichnet und das Gefühl wird vermittelt, Print sei durch «digital» überflüssig gemacht worden; dabei ist es nicht Print vs. digital, sondern es geht darum, für beide Kanäle die richtigen Anwendungen zu verwenden – es braucht beide und sie ergänzen sich wunderbar. Es gibt Bereiche, wo sich «digital» klar durchgesetzt hat – aber es gibt zahlreiche Beispiele, wo Print seine Daseinsberechtigung behalten oder gar ausgebaut hat.»
Love is Print
Manche Momente verdienen mehr als einen schnellen Klick oder ein flüchtiges Scrollen. Wenn wir uns Zeit nehmen, eine Karte selbst zu gestalten und bewusst zu verschicken, entsteht etwas mit echter Bedeutung. Ähnlich ist es beim Fotobuch: Seite für Seite wird Erinnerung greifbar. Farben, die leuchten. Papier, das sich gut anfühlt. Eine Bindung, die all das zusammenhält, was uns wichtig ist. Dieses Innehalten beim Durchblättern, dieses Wieder-Eintauchen in vergangene Augenblicke – das kann kein digitales Album ersetzen.
Drucken ist keine Pflicht, sondern eine Entscheidung: für das Bleibende. Für Erinnerungen, die man nicht nur sieht, sondern fühlt.
Hier durften auch wir unseren Beitrag dazu leisten. Einer der Protagonisten im Video ist tatsächlich ein Produkt von Bookfactory – und nein, es ist nicht das Baby. Das Fotobuch, das die beiden in der Hand halten, wurde von uns produziert und veranschaulicht, wie Print Emotionen trägt.
Gibt es für dich ein Beispiel, wo Print besonders emotional wirkt?
«Fotoprodukte verwandeln Bilder in Emotionen: wertig, haptisch und bleibend. Denn erst im Print werden Erinnerungen lebendig – als Erlebnis, das bleibt und sich nicht durch digitale Einfalt ersetzen lässt.»
Friendship is Print
Ein Spielabend, gemeinsam in ein Buch eintauchen oder Seite für Seite durch ein Reisealbum gehen – genau dort entstehen die Momente, in denen wir wirklich präsent sind. Ohne Ablenkung, einfach zusammen. Gedrucktes bringt uns zurück ins Miteinander. Es macht Erinnerungen greifbar und zeigt Wertschätzung. Denn was Zeit und Mühe kostet, hat Bedeutung.

Eine handgeschriebene Karte ist mehr als Papier und Tinte. Sie ist ein bewusstes Innehalten – eine kleine Geste, die bleibt und oft mehr sagt als viele digitale Nachrichten.
Ist Print für dich ein bewussteres Kommunikationsmittel geworden?
«Bei verschiedenen Anwendungen ganz sicher: ein handgeschriebener Brief, ein persönliches Fotobuch oder eine kreative haptische Einladung vermitteln Wertschätzung, Hochwertigkeit und Exklusivität – digitale Kommunikation ist einzig auf Effizienz ausgerichtet, so dass gut eingesetzte Printprodukte in ergänzenden Eigenschaften bewusster wahrgenommen werden.»
Future is Print
Papier hat heute eigentlich ein besseres Image verdient, als viele denken. Denn hinter einem gedruckten Produkt steckt oft ein durchdachter, nachhaltiger Kreislauf. In der Schweiz wird Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern genutzt, meist Durchforstungsholz. Alte Bäume werden gezielt entnommen, damit junge nachwachsen – für gesunde Wälder. Auch danach geht es weiter: Papier lässt sich bis zu zehnmal recyceln und bleibt im Kreislauf. Überraschend ist, dass Print beim CO₂ oft besser abschneidet als Digitales, das durch Server und Speicherung viel Energie braucht.

Schweizer Druckereien arbeiten zudem besonders ressourcenschonend. Print ist somit kein Auslaufmodell, sondern ein bewusster Umgang mit Ressourcen.
Wo siehst du aktuell die spannendsten Entwicklungen im Printbereich?
«Im Bereich der von personalisierten Auflagen tut sich nach wie vor sehr viel; Auflagen werden immer kleiner und wir sind trotzdem in der Lage, nach wie vor fast sämtliche buchbinderischen Spezialitäten anzubieten – zudem erlauben die Entwicklungen im Digitaldruck auch contentseitig mehr Individualität, die wir als Buchbinder problemlos umsetzen können (z.B. einzelne Bogen mit personalisiertem Content)»
Impact is Print
Gedrucktes ist mehr als Information – es bleibt. Auf dem Tisch, in der Tasche oder zwischen Buchseiten. Während digitale Werbung oft nur kurz erscheint, bleibt Print präsent und wirkt länger nach. So entsteht ein Kaufimpuls, der nicht sofort verschwindet. Jeder Kontakt macht eine Marke vertrauter, besonders in Kombination mit digitalen Kanälen. Print schafft Verbindung.

Seine Stärke: Es spricht mehrere Sinne an. Man sieht, fühlt und erlebt es. Gewicht, Struktur und sogar der Duft machen daraus mehr als Information – ein Erlebnis, das im Kopf bleibt.
Gibt es Situationen, in denen du klar sagen würdest: Hier ist Print unschlagbar?
«Natürlich! Sobald es um Emotionen geht, gewinnt Print fast immer. Information kann man digitalisieren, Kommunikation aber nicht – Print ist eine farbige und haptische Abwechslung zum digitalen Einheitsbrei. Man muss ein Printprodukt nicht haben, aber man will es!»
Creativity is Print
Die Basis ist sehr entscheidend. Papier bestimmt, wie sich ein Produkt anfühlt und wirkt. Ob natürlich oder elegant – das Material erzählt mit. Spannend wird es auch mit Veredelungen: Oberflächen wirken, Details treten hervor, Formen wie Stanzungen ziehen den Blick an. So wird aus einer Idee ein Erlebnis. Oft sind es feine Details wie Prägungen, die Tiefe geben und dafür sorgen, dass etwas nicht nur gesehen, sondern erlebt wird.
Print ist nicht nur das Endergebnis, sondern Teil des kreativen Prozesses. Ideen entstehen, wenn man Materialien spürt, Farben kombiniert und Formate ausprobiert. Papier macht Gedanken sichtbar.
Gibt es ein (Print-) Projekt oder Beispiel, das dich besonders inspiriert hat?
«Da gibt es unzählige – vor allem natürlich Bücher, zu denen wir von Bubu / Bookfactory einen offensichtlich grossen Bezug haben. Jedes Buch erzählt eine Geschichte, die durch den Inhalt, die Gestaltung und den Einband lebendig wird. So inspirieren mich immer wieder einzelne Fotobücher unserer Kunden und Kundinnen, aber auch besonders kreativ und speziell gestaltete Aufträge im B2B-Bereich.»
Success is Print
Print ist ein starker Wachstumspartner für Unternehmen. Es bringt Marken aus dem Bildschirm in den Alltag der Menschen – dorthin, wo echte Begegnungen stattfinden und Nähe entsteht. Genau diese Nähe macht Beziehungen langfristig wertvoll.

Während digitale Kanäle für Reichweite sorgen, schafft Print Vertrauen. Erst im Zusammenspiel entsteht die volle Wirkung: sichtbar, wirksam und messbar. Unternehmen, die beides verbinden, holen mehr aus ihrem Marketing heraus.
Was würdest du einem Unternehmen raten, das Print bisher kaum nutzt?
«Eine kategorische Nicht-Nutzung von Print kommt Grundhaltung gleich, die definitiv zu kurz greift – daher ist das eine verpasste Chance. Gekonntes Einsetzen von Print macht einen bleibenden Eindruck und bringt eine Marktdifferenzierung, die mit digitalen Mitteln kaum erreicht werden kann. Die oben genannten Attribute wie Wertschätzung und Hochwertigkeit kann Print wie kein anderes Medium übermitteln.»
Die Kampagne von dpsuisse macht’s ziemlich klar: Print hat nichts von seinem Wert verloren – im Gegenteil. Print vs. Digital? Falsche Frage. Die beiden sind kein Konkurrenzkampf, sondern ein richtig gutes Team. Ob zusammen oder parallel eingesetzt, sie funktionieren immer. Und am meisten Power entfalten sie genau dann, wenn sie sich gegenseitig pushen statt verdrängen.
Christian, was wünschst du dir für die Zukunft der Printbranche?
«Dass wir weiterhin unseren Kundinnen und Kunde so viel Freude mit unseren Produkten machen dürfen. Wir von Bubu (und Print) binden Emotionen!»

Über Christian Burkhardt
Christian Burkhardt ist der CEO in dritter Generation von Bubu / Bookfactory sowie Vorstandspräsident der dpsuisse. Er ist fest davon überzeugt, dass die schönsten Erinnerungen des Lebens es Wert sind, festgehalten und in ein Buch gebunden zu werden. Ganz nach dem Motto «Wir binden Emotionen – das ist das, was uns antreibt.»
Über dpsuisse
dpsuisse ist der Dachverband der schweizerischen Print- und Kommunikationsindustrie. Als Berufs- und Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Interessen der Branche gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Zulieferindustrie.




